Sudoku & Permudoku Test

Konsolenspiele werden, anders als noch vor zwanzig Jahren, längst nicht mehr bloß von Big Playern wie Ubisoft, Electronic Arts oder Nintendo hergestellt. Dank digitaler Distribution können auch Hobby-Entwickler – von der Übernahme der Leihgebühr für ein Dev Kit (Anm. der Redaktion: Eine spezielle Version einer Konsole, die das Entwickeln auf dieser ermöglicht) abgesehen – relativ kostengünstig eigene Titel auf den Markt bringen. Unser geschätzter GU-Redaktionskollege Sebastian Küpper aka Yoshi hat sich daher hobbymäßig der Entwicklung eines eigenen Wii U-eShop-Titels angenommen. Herausgekommen ist dabei das Knobelspiel Sudoku & Permudoku, welches wir als GU-Redaktion selbstverständlich genau unter die Lupe genommen haben.

Zahlenspielerei
Ohne viel Geplänkel lässt euch Sudoku & Permudoku gleich zum Spielstart einen der beiden titelgebenden Modi zum Spielen auswählen. Jeder Modus beinhaltet dabei 100 verschiedene Aufgaben, welche sich wiederum in fünf verschiedenen Schwierigkeitsgraden spielen lassen. Somit kommt das Spiel insgesamt 1000 Puzzles. Eine beträchtliche Zahl, welche selbst viele teurere Konkurrenzprodukte ausstechen dürfte. Durch Antippen der Plus- und Minus-Buttons lässt sich übrigens jede der 1000 Aufgaben zu jeder Zeit zu auswählen, sodass es euch freisteht mit welcher Aufgabe ihr anfangt. Gespielt wird übrigens ausschließlich über das Gamepad, weshalb ihr den Fernseher im Grunde genommen auch auslassen könnt. Aber werfen wir doch einmal einen Blick auf die Umsetzung des Knobelklassikers selbst.

Sudoku ist zurück auf der Wii U!

Sudoku ist zurück auf der Wii U!

Im letzten Jahrzehnt brach ein förmlicher Sudoku-Hype in allen Altersschichten aus. Für alle, die dennoch bislang noch nicht mit dem Spielprinzip in Berührung gekommen sind, hier eine schnelle Einführung. Ziel des Spiels ist ein 9×9 großes Zahlen-Gitter mit komplett auszufüllen. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, in jeder Spalte und innerhalb der neun kleineren 3×3-Gitter jedoch nur ein einziges Mal auftauchen. Durch das aufeinanderfolgende Antippen einer Zahl aus dem Zahlenblock rechts und einer freien Stelle auf dem Spielfeld könnt ihr Zahlen entsprechend platzieren. Auch mehrere Notizzahlen können in jedem Feld gesetzt und wieder gelöscht werden, sodass man alle Felder systematisch nach dem Ausschlussverfahren füllen kann. Wer einmal partout nicht weiterkommt, der kann sich mittels des Help-Buttons sagen lassen, ob ein bestimmtes Feld falsch ausgefüllt wurde oder aber eine Aufgabe schnellspeichern und beim nächsten Spielen fortführen. Eine handschriftliche Eingabe, wie beispielsweise in den Sudokus der Dr. Kawashima-Spiele für den Nintendo DS, gibt es zwar nicht, doch man gewöhnt sich nach einiger Zeit an das neuartige Eingabeverfahren. Auch Zeitrekorde lassen sich leider nicht aufstellen, dafür ziert aber zumindest ein Häkchen einen erfolgreich absolvierten Level.

Der zweite Modus nennt sich Permudoku und stellt eine leicht abgewandelte Variante des Originals dar. Statt Zahlen sollen hier verschieden Farben in jedes Feld eingesetzt werden. Das mag sich im ersten Moment etwas abstrakt anhören und das ist es auch, damit ihr es allerdings nicht ganz so schwer habt, sind alle nötigen Farben bereits auf dem Spielfeld vorhanden und müssen lediglich miteinander vertauscht werden. Nach etwas Eingewöhnungszeit weiß auch diese Variante durchaus zu unterhalten.

Permudoku mag anfangs komplex aussehen, spielt sich aber nach einer kurzen Eingewöhnungsphase sehr frisch.

Permudoku mag anfangs komplex aussehen, spielt sich aber nach einer kurzen Eingewöhnungsphase sehr frisch.

Der Zweck heiligt die Technik
Bei einem Sudoku-Spiel erwartet wohl niemand opulente Präsentation, dennoch könnte Sudoku & Permudoku wohl nicht schlichter aussehen. Natürlich wäre das an sich nicht weiter schlimm, aber bei nicht wenigen wird beim ersten Spielen schon der zunächst kryptisch aussehende Level-Auswahlbildschirm für Verwirrung sorgen. Auf dem Spielfeld selbst kann man dann auch schon mal schnell den Überblick über die 3×3-Gitter verlieren, da die vorgegebenen Zahlen optisch mit dem Spielfeld verschmelzen. Beim Soundtrack – ja, den gibt es – setzte man auf verschiedene Orchesterinterpretationen von Klassik-Stücken. Auch wenn die Stücke für sich nett anzuhören sind, stören die meisten von ihnen mehr beim Spielen, als dass sie die Konzentration steigern würden.

Fazit
Für das erste Konsolenprojekt ist Sebastian Küppers Sudoku & Permudoku gar nicht so schlecht geworden. Technisch mag das Spiel nicht der Rede wert sein, doch das Kernspielprinzip von Sudoku weiß auch in dieser Version zu fesseln und nebenbei bekommt ihr sogar noch eine völlig neuartige Sudoku-Variante geboten. Für den unschlagbar günstigen Preis, sollte man dem Titel vor allem als Sudoku-Fan eine Chance geben.
Toll
  • perfekte Nutzung von Off TV-Play
  • zweckmäßige Optik...
  • Unschlagbarer Umfang zum kleinen Preis
  • netter Zusatzmodus
Naja
  • Steuerung bedarf Eingewöhnung
  • ...dennoch technisch weit unter Wii U-Niveau
  • keine Zeitrekorde aufstellbar
  • keine handschriftliche Eingabe möglich
  • verwirrende Menüs
6.5
Ordentlich
Verfasst von
Zu einem guten Plattformer sagt Karim selten nein, aber auch epische Rollenspiele fesseln ihn vor den Bildschirm. Im öffentlichen Nahverkehr vergnügt er sich auch gerne mit kurzweiligen Puzzlern – Mobile-Gaming auf dem Nintendo 3DS ist seine absolute Leidenschaft. Zuhause angekommen, kümmert sich Karim um Datenbankpflege oder versorgt euch mit aktuellen News und Anspielberichten.

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