Lumo Test

Die isometrische Perspektive war, bevor Konsolen voll polygonal gestaltete Welten ermöglicht haben, das Mittel der Wahl um Spiele mit dreidimensionaler Bewegungsfreiheit umsetzen zu können. Auf Grund der Schwierigkeiten bei der Abschätzung von Höhen, die sich bei dieser statischen Perspektive ergeben haben, sind Spiele mit diesem Blickwinkel allerdings schon Ende der 90er aus dem Videospielmarkt verschwunden. Auf der PlayStation Vita wagt sich nun ein Indie-Entwickler mit Lumo an ein Revival des isometrischen Rätsel-Hüpfers.

Verzicht auf großes Gelaber
Lumo verzichtet weitgehend auf eine Geschichte. Es gibt keinerlei Text im Spiel, die einzigen Schlüsse über den Hintergrund des Spiels kann man durch eine kurze spielbare Sequenz zu Beginn aufnehmen. Ein Mensch (Geschlecht und Farbe der Kleidung durch den Spieler wählbar) wird in sein klassisches Videospiel gesogen und muss nun selbst in der Videospielwelt überleben. Diese Geschichte mag keinen Literatur-Nobelpreis verdienen, aber in Lumo spielt die Geschichte ohnehin eine untergeordnete Rolle. Stattdessen steht die Erkundung einer recht umfangreichen, in einzelne Bildschirm füllende Räume unterteilte Spielwelt im Vordergrund.

Schlüsselsuche auf klassische Weise
Zu Beginn des Spiels kann der Spieler nur laufen und auf vernachlässigbare Weise hopsen. Der obligatorische Sprung ist somit das erste Ziel, das man im Spiel erreichen muss. Später sammelt man vorrangig Schlüsselgegenstände, die es erlauben, im Spiel weiter voranzuschreiten und in anderen Räumen Durchgänge freizulegen. Interessant ist hierbei vor allem, dass der Spieler trotz der stets überschaubaren Räume stets einen Blick auf das große Ganze haben muss, da die Lösung für einen Rätselraum nur selten direkt innerhalb des Raumes zu finden ist. Umgekehrt sind Schlüsselobjekte, die man findet, nicht unbedingt in unmittelbarer Nähe einsetzbar, so dass man gut daran tut, sich zu merken, an welcher Stelle im Spiel man aus welchem Grund nicht mehr weiter kommt. Sei es im wörtlichen Sinne ein Schlüssel oder ein stillstehendes Förderband, die Entwickler haben sich einige Stolpersteine einfallen lassen, die dem Spieler den Weg erschweren können.

PlayStation Vita unter Höchstlast
Die Rätselräume sind gut designt und machen auch grundsätzlich viel Spaß, allerdings ist die Performance des Spiels auf der PlayStation Vita eine mittlere Katastrophe. Die Räume ruckeln oftmals sehr heftig, das Spiel hängt gar bis zu einer Sekunde, wenn man Pech hat. Damit nicht genug, bereitet selbst der Übergang zwischen den Räumen dem Spiel deutliche Probleme. Die Animationen hierzu sind abgehackt und lückenhaft, das Spiel lädt in Anbetracht der Präsentation ungebührlich lang und so hat man bisweilen den Eindruck, dass die PlayStation Vita unter der Last dieses Spiels zusammenbricht. So spaßig das Leveldesign streckenweise ist, so sehr steht das Spiel im Schatten seiner eigenen Performance-Probleme.

Fazit
Abschließend ist zu sagen, dass Lumo zwar ein unterhaltsames Rätsel-Jump & Run sein kann, dieses Potential aber nicht so recht zu nutzen weiß. Wenn das Spiel auf annehmbare Weise läuft, kann man durchaus Spaß damit haben, meistens ist Lumo aber eher ein Ärgernis. (Hinweis: Lumo wurde in der PlayStation Vita-Fassung getestet.)
Toll
  • ordentliches Leveldesign
  • besonders in Anbetracht der Perspektive gute Steuerung
Naja
  • technisch eine Katastrophe
  • schlichtweg suboptimale Perspektive
6
Ordentlich
Verfasst von
Sebastian hat eine ausgeprägte Vorliebe für Jump & Runs, zählt aber auch Action-Adventures und Arcade-Spiele zu seinen Lieblings-Genres. Hauptaugenmerk liegt bei ihm meistens auf der Spielmechanik, eine gut geschriebene Geschichte lässt ihn aber auch schwach werden. Lieblingsspiele: Yoshi’s Island, Super Mario Galaxy 2, Sonic Generations und Zelda: Skyward Sword.

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