Bloodborne Test

Nachdem Serienschöpfer Hidetaka Miyazaki mit Demon’s Souls und Dark Souls, zwei von Kritikern als auch Spielern gefeierte Action-Rollenspiele veröffentlichen konnte, war seine Beteiligung an der Entwicklung von Dark Souls II nur noch schwindend gering. Währenddessen  arbeitete er nämlich parallel mit einem Großteil des alten Demon’s Souls Teams sowie in Kooperation mit SCE Studio Japan, an einer gänzlich neuen IP. Erstmals zu Beginn des letzten Jahres hörte man dann von „Project Beast“, welches sich bereits wenige Wochen später offiziell als Bloodborne präsentierte. Trotz der eigentlichen Abkehr von den Souls-Spielen durch den Namenswechsel, wurde es im Vorfeld stets als geistiger Nachfolger und vierter Teil der Reihe gehandelt. Die Entwickler versprechen zwar, dass sich der berühmt berüchtigte Schwierigkeitsgrad auch in Bloodborne wiederfinden wird, doch dass in Sachen Setting und Gameplay-Mechaniken neue Wege bestritten werden. Ob und wie gut das letztendlich funktioniert hat, könnt ihr nun in unserem ausführlichen Test zu FromSoftwares neuestem Streich erfahren.

Was geht denn hier überhaupt vor sich?
Ohne große Erklärungen wirft euch das Spiel als sogenannter Jäger in die mysteriöse Stadt Yahrnam. Die dort lebenden Menschen sind seit einiger Zeit von einer Seuche befallen und verwandeln sich dadurch in agressive, Bestien-artige Wesen. In Bloodborne gibt es keine ausschweifenden Dialoge oder erklärenden Zwischensequenzen. Um was es hier überhaupt geht und was euer Ziel ist, offenbart sich euch deshalb nicht gleich mit der nächstbesten  Texteinblendung. Verdutzte Gesichter zu Beginn sind daher völlig normal und selbst nach dem Durchspielen wird sich das manch einem vielleicht nicht ändern. Aber darum geht es bei Bloodborne auch nicht. Stattdessen werden dem Spieler immer wieder nur kleine Andeutungen hingeworfen, auf die er sich durch die Umgebung und mithilfe von Item-Beschreibungen schlußendlich selbst einen Reim machen muss. Wer sich damit genauer beschäftigt, wird eine interessante Welt voller schrecklicher Geheimnisse  entdecken. Wer darauf allerdings keine Lust hat, wird trotzdem genauso viel Spaß mit dem Rest des Spiels haben. Eindeutig ist jedenfalls, dass ihr in Yahrnam nicht erwünscht seid und das merkt ihr bereits ab der ersten Sekunde. So gut wie jede Gestalt auf die ihr trefft, möchte euch am liebsten bei lebendigem Leibe verbrennen oder euer Leben auf eine andere qualvolle Weise beenden. Selbst die wenigen Bewohner, die noch halbwegs bei Verstand sind, verschanzen sich in ihren Häusern und möchten nichts mit euch zu tun haben. Und aus dem Bruchteil der mit euch redet, wird man meistens nicht schlau. Tod und Wahnsinn stehen hier an der Tagesordnung.

Im Traum des Jägers angekommen, seid ihr vorerst in Sicherheit.

Der Traum des Jägers
Nachdem ihr das Aussehen, sowie erste Grundstatuswerte eures Helden in einem üppigen Charakter-Editor angepasst habt, macht ihr schon bald Bekanntschaft mit dem „Traum des Jägers“. Diese kleine HUB-Welt ist getrennt von der eigentlichen Spielwelt und dient euch als Rückzugsort und Basis während eures gesamten Abenteuers. Hier werdet ihr neue Items kaufen, euren Jäger und dessen Ausrüstung verbessern und alle sonstigen Vorbereitungen für die anstehende Jagd treffen können. Und keine Sorge, hier gibt es weder Gegner noch andere böse Überraschungen auf die ihr aufpassen müsstet. Vom Traum des Jägers aus könnt ihr euch dann schließlich zu einer der von euch bisher angezündeten Leuchtlampen teleportieren. Wer je einen der Souls-Teile gespielt hat, dem werden diese „quasi Checkpoints“ sehr bekannt vorkommen. Leuchtlampen werdet ihr überall verteilt in der Spielwelt und in jedem Fall nach einem Bosskampf vorfinden. Die Verteilung ist dabei so geschickt platziert, dass man sich bis zur jeweils nächsten Lampe zwar ordentlich durchschlagen muss, sie aber niemals so weit auseinander liegen, dass es in unfaire Gefilde abdriften würde. Jeder gemeisterte Abschnitt wirkt dadurch bedeutend und die Erleichterung ist am Ende auch umso größer, wenn man bereits aus der Ferne das Leuchten des kleinen lila Lämpchens erblickt. Etwas umständlich wurde allerdings die Funktion zur Schnellreise implementiert. Es ist nicht einfach möglich sich von einer Leuchtlampe zur nächsten zu bewegen, sondern man muss zunächst einen Zwischenstopp im Traum des Jägers einplanen, weil man die Möglichkeit zur Schnellreise nur von dort aus besitzt. Das wirkt sich besonders deshalb negativ auf das Spielerlebnis aus, weil man zwischen diesen Stationen jeweils Ladezeiten von bis zu 40 Sekunden in Kauf nehmen muss.

Eine Welt, die entdeckt werden möchte
Einmal in der Spielwelt angekommen, gibt es jedoch keine Unterbrechungen mehr. Die Umgebungen in und rund um die Stadt Yarnahm sind riesig und allesamt in irgendeiner Form miteinander verbunden. Bloodborne schafft hierbei eine absolute Meisterleistung im Leveldesign, sowohl in der Stadt selbst als auch in den weiter außerhalb liegenden Arealen. Der Aufbau der Umgebung ist stets schlüssig und unglaublich clever mit anderen Teilen der Spielwelt verzahnt, verliert dabei aber gleichzeitig niemals seine Glaubwürdigkeit. Vor allem erkundungsfreudige Spieler werden hier belohnt und erhalten durch freischaltbare Abkürzungen zahlreiche „Wow-Momente“. Bloodborne gibt dem Spieler übrigens keine Karte zur Hand. Alle Wege müssen sich deshalb gemerkt werden, was aufgrund der genialen Levelstruktur aber niemals ein Problem ist. Ganz im Gegenteil wäre es sogar negativ für das Spielerlebnis, wenn man bereits auf der Karte jegliche vertikalen und horizontalen Geheimwege erkennen könnte. In Bloodborne ist das Entdecken und Kennenlernen der Umgebung ein essentieller Bestandteil des Gameplays. Wer die Augen nicht offen hält, wird viele Geheimnisse, Bossgegner und sogar ganze Areale niemals finden. Kaum ein Gebäude oder Objekt hält hier als Füller her, sondern trägt eine bestimmte Funktion in der Spielwelt, auch wenn diese auf den ersten Blick vielleicht nicht sichtbar ist. Schon die unscheinbarsten Wege, können hier in den größten Überraschungen enden.

Wer unaufmerksam ist, wird einen grausamen Tod sterben.

Leicht zu lernen, schwer zu meistern
Doch natürlich stehen einem beim Erkunden auch erst mal wieder jede Menge fieser Kreaturen im Weg. Sorgfältig in der Spielwelt platziert, stellt dabei jeder einzelne Gegner eine ernstzunehmende Bedrohung dar und sollte selbst im hohen Level niemals unterschätzt werden. Bloodborne ist kein leichtes Spiel und das werden zu ungeduldige Spieler schnell am eigenen Leib erfahren. Wer sich zu unbedacht in den Kampf stürzt, wird sterben – und zwar wieder und wieder. Den Gegner beobachten, dessen Verhalten studieren und dann im entscheidenden Moment die richtigen Bewegungen ausführen, sind hier der Weg zum Ziel. Glücklicherweise ist die grundlegende Steuerung sehr übersichtlich gehalten. Man muss für den Kampf keine komplizierten Tastenkombinationen  beherrschen oder besondere Reflexe haben. Die viel wichtigere Fähigkeit ist es, den Gegner richtig einzuschätzen. Je nach Waffenwahl variiert dabei Schlagkraft und Reichweite, aber Vorsicht, auch der Verbrauch der Ausdauer richtet sich danach. Ein weiteres wichtiges Feature für den Kampf ist außerdem die Waffentransformation. Mit einem einfachen Druck der L1-Taste lässt sich die gerade ausgerüstete Nahkampfwaffe zu einer neuen Waffe umtransformieren. So wird aus einem Schlagstock schnell mal eine gefährliche Peitsche oder aus der komfortablen Einhandaxt eine riesige Hellebarde. Das sieht nicht nur wahnsinnig cool aus, sondern kann auch wichtig für die entscheidende Taktik im nächsten Kampf sein.

Ein besonderes Highlight stellen die imposanten Bosskämpfe dar. Sie sind zahlreich, und jeder von ihnen muss auf eine andere Weise angegangen werden. Besonders fordernd wird es dabei zum Ende des Kampfes, wenn die Kreaturen nochmal ihre besonders fiesen Tricks auspacken und mit neuen Moves und/oder Aussehen überraschen. Herzrasen ist spätestens hier garantiert. Bosskämpfe werden beim ersten Aufeinandertreffen übrigens nicht mehr traditionell mit einer Warnung angekündigt, sondern sie können euch einfach während des Spiels ins Bild springen. Wer die Augen offen hält, wird aber meistens schon im Vorfeld erkennen, wo ein Bosskampf getriggert werden könnte.

Pistole ja, Schild nein!
Neben der Schlagwaffe in der rechten, habt ihr in der Regel eine Fackel oder Schusswaffe in der linken Hand. Wer sich nun aber vornimmt seinen Jäger komplett auf den Fernkampf auszurichten, der sei an der Stelle gewarnt. Die meisten Pistolen dienen nämlich nur dazu, Feinde ins Taumeln zu bringen und eignen sich nicht zum wirklichen Schaden austeilen. Eine zusätzliche Mechanik ermöglicht euch dafür, den Gegner für einige wenige Sekunden außer Gefecht zu setzen, falls ihr ihn im richtigen Moment trefft. Diese Gelegenheit könnt ihr nutzen, um einen fatalen Finisher-Move auszuführen, der eine gewaltige Menge der gegnerischen Lebenspunkte abzieht. Schilde sind im Übrigen sehr rar und kaum für etwas zu Nutze. Wer sich in Dark Souls stets hinter seinem eisernen Schutzwall versteckt hat, der wird sein Spielverhalten hier drastisch ändern müssen. Das Vollführen von Ausweichrollen und Ausweichschritten im richtigen Moment, ist hier der Schlüssel zum Sieg. Zwar nimmt Bloodborne dabei niemals Bayonetta-esque Geschwindigkeiten an, doch spielt es sich, gerade im Vergleich zu seinen Genre-Kollegen, relativ schnell.

Dieser Boss setzt euch gehörig unter Strom.

Ein spannendes Heilungs-System
Zum Heilen stehen vorrangig die sogenannten Blutphiolen zur Verfügung, welche sogar einen dedizierten Knopf auf dem Controller bekommen haben. Nur etwa zwanzig davon lassen sich auf einmal tragen – aber keine Sorge, denn Nachschub lässt sich relativ einfach finden, kaufen oder wird auch gerne mal von besiegten Gegnern fallen gelassen. Ein weiterer zentraler Bestandteil des Gameplays, stellt das neue Regenerations-System dar. Falls ihr von einem Gegner getroffen werdet, wird der eingesteckte Schaden nicht sofort von eurem Lebensbalken abgezogen, sondern ihr könnt versuchen diesen innerhalb eines kleinen Zeitfensters noch zu minimieren. Das gelingt euch, indem ihr selbst während dieser wenigen Sekunden, so viel Schaden wie möglich austeilt. Aber Vorsicht, das gilt nur dann, solange euch der eingesteckte Schaden nicht ohnehin töten würde. Eine clevere Mechanik, welche die Dynamik der Kämpfe maßgeblich beeinflusst und euch zum offensiv-Spielen zwingt. Greife ich nun nochmal an und gehe das Risiko ein, einen tödlichen Schlag zu erleiden, oder lasse ich es doch lieber sein und nehme den erlittenen Schaden hin? Das Regenerations-System ist oftmals die letzte Rettung und kann einen scheinbar aussichtslosen Kampf nochmal zu euren Gunsten wenden. Es kann euch aber genauso gut dazu verleiten, zu stürmisch zu handeln und dadurch gnadenlos weggefegt zu werden.

Qualität vor Quantität
Blutechos stellen die Hauptwährung in Bloodborne dar und sind genau das, was Seelen in den Souls-Spielen waren. Man gewinnt sie primär durch das Besiegen von Bestien. Wer einmal stirbt, verliert sämtliche getragenen Blutechos, bekommt aber gleichzeitig die einmalige Chance sie wieder am „Unfallort“ einzusammeln. Sollte man auf dem Weg dorthin erneut sterben, sind sie allerdings für immer weg. Blutechos sind für zahlreiche Dinge wie Item-Käufe, Waffenupgrades oder zum Freischalten von bestimmten Dingen von Nöten. In allererster Linie brauch man sie aber zum Verbessern der Attribute und somit zum Leveln des Charakters. Im Gegensatz zu Dark Souls wurde die Anzahl der Hauptstatuswerte auf insgesamt sechs zurückgeschraubt, was der Übersicht und Verteilung der Skillpunkte nun deutlich zu Gute kommt. Eine zusätzliche Währung stellen außerdem die mysteriösen Einsicht-Punkte dar. Wofür sie nützlich sind und welche Auswirkungen sie auf das Spielgeschehen nehmen, sei an dieser Stelle aber nicht verraten.

Auch in den Chalice-Dungeons erwarten euch viele Gefahren.

Auch bei der Waffenvielfalt hat sich im Vergleich zu Souls einiges getan. Zwar gibt es immer noch genug Waffen und Ausrüstungsgegenstände in der Spielwelt zu finden, doch die hohe Quantität hat spürbar nachgelassen. Der Fokus wurde stark auf die Abwechslung unter den Waffen gelegt, wodurch es kaum noch mehrere Varianten derselben Waffen-Art gibt. Bloodborne ist mehr darauf aus, den Spieler an eine bestimmte Klinge zu binden und ihn diese meistern zu lassen. Dadurch, dass sich keine der Waffen gleich spielt, wirken sie auch nicht wie Füll-Gegenstände, die nach kurzer Einsatzzeit für immer im Lager verschwinden. Jede Waffe hat ihre Daseinsberechtigung und bringt ein ganz eigenes Spielgefühl mit sich. Im Traum des Jägers können die Waffen mithilfe von bestimmten Items und Runen dann zusätzlich verbessert und mit neuen Attributen, wie zum Beispiel Elementarschäden, versehen werden.

Online oder offline?
Wer Bloodborne startet, der wird die Möglichkeit haben entweder offline oder online zu spielen. Wer sich für letzteres entscheidet, wird kann während des Spielens Hinweise von anderen Spielern finden oder selbst welche verfassen. Viel interessanter ist aber die Tatsache, dass man dadurch außerdem in die Welten von anderen Spielern eindringen kann. Das funktioniert sowohl als Feind, als auch als helfende Hand. Mit bis zu zwei anderen Spielern ist es möglich durch Yahrnam zu laufen und gemeinsam den nächsten Boss zu besiegen. Gerade für Spieler, die nicht weiterkommen, eine tolle Funktion. Die Kehrseite ist allerdings, dass ihr auch von fremden Spielern attackiert werden könnt. Das passiert zwar in der Regel nicht allzu häufig, wer aber daraus keinen Reiz ziehen kann und niemals von anderen Jägern gestört werden möchte, sollte lieber offline spielen. An der Spielersuche darf hier aber gerne noch gefeilt werden, da es manchmal mehrere Minuten dauern kann, bis man auf andere Spieler trifft. Auch die Performance geht noch zu häufig in die Knie, wodurch die Präzision, die man eigentlich für Bloodborne benötigt, flöten geht. Hier ist auf zukünftige Patches zu hoffen.

Die zufallsgenerierten Wundertüten
Wer neben dem Hauptspiel noch nicht genug hat, der kann sich außerdem in den Chalice Dungeons austoben. Dabei handelt es sich um von der Spielwelt abgekapselte Areale, die ihr vom Traum des Jägers aus erstellen und betreten könnt. Richtig gelesen, bevor ihr diese betreten könnt, müsst ihr sie erste einmal erstellen. Das geschieht, indem ihr bestimmte Gegenstände zu einem Grabstein bringt. Je nach Art der verwendeten Gegenstände, entstehen dadurch dreistöckige Umgebungen mit anderem Aussehen und Aufbau. Selbstverständlich kommt die Qualität dieser zufallsgenerierten Dungeons längst nicht an die der eigentlichen Spielwelt heran, doch können euch auch hier neue Gegner, fiese Fallen und geschickt platzierte Geheimnisse überraschen. Zusätzlich gibt es wieder tolle Bossgegner, die ihr nur hier vorfinden könnt. Die Dungeons lassen sich außerdem online mit anderen Spielern teilen und/oder im Co-op bestreiten.

Mit diesem gigantischen Höllenhund ist nicht zu spaßen.

Ein audiovisuelles Meisterwerk
„Horror“, so könnte man wohl am besten die Atmosphäre im Spiel beschreiben. Die Welt ist düster und abstoßend, aber auch wunderschön zugleich. Das im viktorianischen Stil gehaltene Yahrnam strotzt nur so vor prächtigen gotischen Architekturen, die wiederum von den grässlichsten Wesen überhaupt bewohnt werden. Sowohl die Kostüme der menschenähnlichen Gegner, als auch das ansonsten  fantastische Monsterdesign in Bloodborne, kann man an dieser Stelle nicht genug hervorheben. Besonders die Bosse sind dabei echte Hingucker. Jeder Schlag wirkt wuchtig und jede Animation auf ihre Weise beeindruckend. Verstärkt wird das Ganze zusätzlich noch durch die exzessive Gewaltdarstellung und die beinahe allgegenwärtige Dunkelheit innerhalb der Spielwelt. Auch soundtechnisch wird hier ein wahres Brett abgeliefert. So grausame und fiese Laute wie hier, findet man sonst nur in den besten Horror-Filmen. Musik wird sehr bedacht und auch nur dann eingesetzt, wenn es die Situation fordert, wie z.B in hitzigen Bosskämpfen. Das kleinere Kantenflimmern trübt das Gesamtbild nur kaum, denn Bloodborne ist audiovisuell so stilsicher wie kaum ein anderes Spiel.

Fazit
Bloodborne hat mich vom Anfang bis zum Ende restlos begeistert und mich deshalb für unzählige Stunden an die Konsole gefesselt. Das schnelle und offensive Kampfsystem macht sofort Laune und die Ausweich-Funktion gehört zum besten, was es im gesamten Genre zu finden gibt. Mit den neuen Waffen-Transformationen sowie dem genialen Regenerationssystem kommt ordentlich Schwung in die Kämpfe und mithilfe der Schusswaffe in der linken Hand, auch noch eine weitere taktische Komponente. Die Steuerung ist dabei trotzdem simpel gehalten und auch andere Systeme und Übersichten sind im Vergleich zu früheren FromSoftware-Titeln deutlich einsteigerfreundlicher, ohne jedoch an Tiefe und Komplexität zu verlieren. Zwar ist der eigentliche Schwierigkeitsgrad geblieben, doch gibt es keine wirklich fiesen Elemente oder Mechaniken mehr, die den Spieler drangsalieren können. Beim Tod gibt es in der Regel nur einen der Schuld hat und zwar man selbst. Bloodborne schafft es meisterhaft auf dem schmalen Grad zur Frustrationsgrenze zu wandern und ist deshalb an keiner Stelle unfair oder unschaffbar. Wer mit offenen Augen durch die Spielwelt läuft, wird zudem mit neuen Gegenständen, Infos oder tollen Abkürzungen belohnt. Ohnehin ist der Aufbau von Yahrnahm und seinen Gebieten extrem schlüssig und die verschiedenen Enden sind perfekt miteinander verwoben. Gepaart mit der einmaligen Atmosphäre, dem starken Gegnerdesign und den vielen Geheimnissen, wird hier eine einmalige Spielerfahrung geboten. In seinen mehr als fünfzig Stunden allein für die Haupt-Geschichte, gibt es in Bloodborne eine Menge zu entdecken und selbst danach ist das Spiel noch lange nicht vorbei. Wer online spielt, kann sich im PvP oder im Co-op austoben und abseits davon gibt es noch die zufallsgenerierten Chalice-Dungeons. Und wem selbst das noch nicht genug ist, der findet im New Game+ die nochmal besonders knackigen Herausforderungen. Schwachstellen gibt es bis auf die langen Ladezeiten und die momentanen Performance-Probleme im Multiplayer kaum. Für mich haben FromSofware mit Bloodborne nicht nur ihr bis dato bestes Spiel überhaupt abgeliefert, sondern auch jetzt schon einen Klassiker im Action-RPG Genre geschaffen. Ich kann es kaum erwarten, wie und in welcher Form wir hier Content-Nachschub bekommen werden. Ihr sucht nach einem Grund für den Kauf einer PlayStation 4? Hier habt ihr ihn.
Toll
  • umfangreicher Charakter-Editor
  • dynamisches Kampfsystem mit leichtem Einstieg und großer Tiefe
  • komplett zusammenhängende und in sich schlüssige Spielwelt
  • wahnsinnig gutes Leveldesign
  • erkundungsfreudige Spieler werden durchgehend belohnt
  • Transformationsfähigkeit der Waffen bringt neue taktische Möglichkeiten
  • knackiger, aber fairer Schwierigkeitsgrad
  • erinnerungswürdige Bosskämpfe
  • tolle Animationen
  • atmosphärisches Horror-Setting
  • imposante Architekturen
  • kreatives und abwechlungsreiches Gegnerdesign
  • großartige Soundkulisse
  • innovatives Regenerations-System
  • riesiger Umfang
  • spannende Chalice Dungeons
  • hilfreiche online Co op-Funktion
Naja
  • relativ lange Ladezeiten bei Tod und Schnellreise
  • Verbindungs- und Performanceprobleme bei mehreren Spielern online
10
Meilenstein
Verfasst von
Für Redakteur Christoph sind vor allem gut geschriebene Charaktere, eine mitreißende Handlung sowie fantastische Welten mit dichter Atmosphäre, Aspekte die ihn beim Spielen begeistern. Neben Titeln wie The Last of Us und Bloodborne, schlägt seine Leidenschaft für Games dabei besonders für japanische Produktionen à la Final Fantasy und Persona.

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