THE WALKING DEAD: THE TELLTALE SERIES – THE FINALE SEASON – Test

Die Geschichte von Clementine, welche vor rund sechs Jahren begann, findet noch in diesem Dezember ihren Abschluss. Telltale Games veröffentlicht in den kommenden Monaten nach und nach je einer Folge von THE WALKING DEAD: THE TELLTALE SERIES – THE FINALE SEASON, wodurch ihr das Ende der Geschichte selbst formen könnt. In unserem GU-Test verraten wir euch mit jeder neuen Episode, wie sich unsere Meinung zum Spiel wandelt. Spoiler versuchen wir natürlich so gut es geht zu vermeiden. Den Anfang macht Episode 1: Done Running!

Episode 1: Done Running

Seit A New Frontier sind offensichtlich ein paar Jahre ins Land gezogen. Menschen trifft man in der postapokalyptischen Welt von The Walking Dead nur noch selten. Die Nahrungsvorräte aus der Zeit vor der Zombieplage gehen ebenfalls zur Neige. Clementine und ihr Ziehsohn AJ machen aus dieser Lage das Beste und sind sichtlich daran gereift. Aus dem kleinen Mädchen ist mittlerweile eine junge Frau geworden und Alfred Junior ist längst nicht mehr das hilflose Kleinkind, das wir aus der letzten Staffel kennen. Die Teenagerin setzt alles daran, ihm in dieser brutalen Welt Werte mitzugeben, die sich nicht bloß auf den reinen Überlebensinstinkt beschränken. Dass dies kein leichtes Unterfangen ist und die Konsequenzen ihres Scheiterns für die verbleibenden soziale Bindungen alles andere als förderlich sind, dürften zentrales Motiv der finalen Staffel sein, wenn man der Handlung der ersten Episode glauben darf.

Clem und AJ werden beim Versuch einen alten Bahnhofskeller zu plündern von Walkern überrascht und landen verletzt und umzingelt mit ihrem Wagen in einem Straßengraben. Gerettet werden sie bloß durch den Knaben Marlon, der ganz in der Nähe in einem alten Schulgebäude eine Gruppe von Teens und Kindern anführt. Zentraler Bestandteil von Done Running ist es, die Truppe kennen zu lernen und ihr Vertrauen zu gewinnen. Im selben Zug wollt ihr natürlich auch erfahren, ob man den Fremden die halbwegs heile Welt abkaufen kann. Und so verbringt ihr einen Großteil der rund zweistündigen Spielzeit damit, euch mit den anderen Kids zu unterhalten, das Schulgelände von Zombies zu befreien und gemeinsam auf die Jagd zu gehen. Dass es erst zum Ende hin so richtig spannend wird hat mich nicht sonderlich gestört, da die zentralen Charaktere durchaus interessant sind. Neu ist zudem, das Clementine zum ersten Mal primär mit Figuren ihren Alters interagiert und somit Dialoge endlich auf Augenhöhe stattfinden. Abseits der Hauptdarsteller bleibt der Cast allerdings noch recht blass – ein Umstand der hoffentlich in den drei restlichen Folgen behoben wird.

Hinsichtlich des Gameplays hat sich nicht all zu viel verändert. Noch immer wechselt das Telltale-Spiel regelmäßig zwischen Quick-Time-Events, Dialogen und dem Erforschen der Spielwelt. Eindeutig positiv zu vermerken ist, dass Sequenzen, in denen der Spieler keinerlei Interaktionsmöglichkeiten hat, kaum noch vorkommen. Überarbeitet wurde zudem das Kampfsystem, das euch bei Begegnungen mit Zombie-Gruppen Übersicht über die Umgebung abverlangt. Holt ihr im falschen Moment zum tödlichen Hieb aus kann es nämlich sein, dass in der Zwischenzeit Walker sämtliche Fluchtwege abschneiden. Das erhöhte Risiko, gepaart mit der etwas unpräzisen Steuerung, sorgten dafür, dass ich in dieser Episode öfter gestorben bin, als in der gesamten letzten Staffel – das kann nerven. Zuletzt möchte ich die Inszenierung erwähnen. Zwar wurde der Grafikstil nicht grundlegend überarbeitet, aber der Comiclook ist nun umso detaillierter. Hintergründe erscheinen durch einen cleveren Grafikeffekt wie von der Comicseite entsprungen.

Fazit

Die letzte Staffel macht bislang einen guten ersten Eindruck. Vor allem die verbesserte Inszenierung und die neue Charakterisierung von Clementine sorgen dafür, dass ich mit Zuversicht auf die nächsten Episoden warte.

Wertung Episode Eins: 7.5
Fazit
Die Finale Season von Telltales The Walking Dead macht einen gelungenen Anfang. Hauptsächlich glänzt das Spiel mit einer verbesserten Inszenierung und einer interessanten Charakter-Konstellation.
Toll
  • verbesserte Inszenierung
  • Clementine endlich auf Augenhöhe mit anderen Charakteren
  • mehr Interaktionsmöglichkeiten
Naja
  • hakelige neue Kämpfe
  • offene Richtung nach Episode 1
7.5
Gut
Verfasst von
Action-Spiele und Shooter aller Art sind Roberts Fachgebiet. Zwischendurch darf es aber auch gerne ein Spiel mit spannender Story und dichter Atmosphäre sein. Wenn er nicht gerade auf Xbox Live unterwegs ist, verfasst er bestimmt Artikel und News für Gaming-Universe.

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