Bee Simulator Vorschau

Videospiele sind für viele Menschen ein Weg, einen Einblick in Tätigkeiten zu erhalten die ihnen im normalen Leben nicht offenstehen. So erfreuen sich gerade in Deutschland die diversen Berufssimulatoren – Omnibus, Landwirtschaft, Feuerwehr und mehr – größter Beliebtheit. Doch wenn es nach dem polnischen Entwicklerstudio Roblox geht, ist der nächste Trend wohl das Nachleben des Alltags anderer Tierarten. Beispielsweise den einer Biene.

Wenngleich Bee Simulator namenstechnisch an die vielen realistischen, aber auch eher trockenen Simulatoren der letzten Jahre erinnert, ist Realismus in diesem Spiel eher eine nachrangige Zielsetzung. Inhaltlich geben sich die Entwickler zwar auf jeden Fall Mühe, auf Gefahren für Bienen und deren Nutzen für das Ökosystem an verschiedenen Stellen hinzuweisen, doch in Sachen Spielmechanik wird der Fokus nach Aussage der Entwicklerin auf der Gamescom voll auf eine junge Zielgruppe gelegt.

Im Einzelspielermodus schlüpft man in die Rolle einer frisch geborenen Biene, die im Auftrag ihrer Majestät, der Bienenkönigin – samt Leibgarde – auf die Suche nach nahrhaftem Nektrar für die Honigproduktion geht. Mit den Analogsticks steuert man die Biene durch die Luft, wobei interessanterweise eine an Shooter erinnernde Steuerung gewählt wurde: Mit dem linken Analogstick bewegt man die Biene nach links, rechts, oben und unten, mit dem rechten Analogstick rotiert man die Biene um die Y-Achse.

Das eigentliche Gameplay ist in eine relativ freie Erkundung und isolierte Spezielaereignisse untergliedert. Im Erkundungsmodus ist es im Wesentlichen das Ziel, den jeweils nächsten markierten Zielort anzufliegen, allerdings kann man alternativ auch Samen sammeln und zum Bienenstock bringen, um sich so Bienenwährung zu verdienen. Bislang gibt es drei verschiedene Formen von Spezialereignissen, die an verschiedenen Punkten im Spiel ausgelöst werden. Wenn man auf eine Wespe trifft, kann (und muss) man mit dieser kämpfen, denn Wespen sind die natürlichen Feinde der Biene. Im Kampf „stehen“ sich die beiden Kontrahenten gegenüber und können abwechselnd versuchen, den Widersacher zu attackieren. Ist man selbst als Angreifer am Zug, muss man den A-Knopf drücken, während ein Zeiger auf einer Leiste im gelben oder besser im grünen Bereich ist. Umgekehrt muss man sich bei einem Angriff der Wespe wehren, indem man sofort, wenn der Schriftzug „Blocken“ auf dem Bildschirm erscheint, den A-Knopf drückt.

Das zweite Spezialereignis ist der Bienentanz, denn Bienen kommunizieren miteinander, indem sie tanzen. Der Tanz funktioniert so, dass eine Biene eine Bewegungssequenz mit den vier Grundrichtungen vortanzt und der Spieler diese Bewegungssequenz anschließend mit dem Analogstick nachahmen muss. Dabei wird sukzessive die Zahl der Bewegungen um eins erhöht. Das dritte Spezialereignis ist schließlich das Sammeln von Samen, wozu man im Grunde genommen schlicht durch farbige Ringe fliegen muss, meistens ohne eine vorgegebene Reihenfolge oder ein Zeitlimit. Alle diese Spezialereignisse können zudem im Splitscreenmodus auch um die Wette mit einem weiteren Spieler gespielt werden.

Das Gameplay ist also ziemlich rudimentär, andererseits weiß die Präsentation auf Grund der ungewöhnlichen Thematik und der tierfreundlichen Botschaft des Spiels zu gefallen. Damit aus dem Bee Simulator bis er im kommenden Jahr auf Xbox One und PlayStation 4 erscheint auch tatsächlich ein empfehlenswertes Spiel wird, muss sich in Sachen Spielmechanik aber definitiv noch etwas tun.

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Sebastian hat eine ausgeprägte Vorliebe für Jump & Runs, zählt aber auch Action-Adventures und Arcade-Spiele zu seinen Lieblings-Genres. Hauptaugenmerk liegt bei ihm meistens auf der Spielmechanik, eine gut geschriebene Geschichte lässt ihn aber auch schwach werden. Lieblingsspiele: Yoshi’s Island, Super Mario Galaxy 2, Sonic Generations und Zelda: Skyward Sword.