Metro Exodus – Vorschau

Satte 45 Minuten durfte ich am Messe-Donnerstag endlich wieder in die post-apokalyptische Welt der Metro-Reihe eintauchen und in ihrer dichten Atmosphäre versinken. Die klassischen U-Bahntunnel Moskaus spielten in der gamescom-Demo überraschenderweise keine Rolle. Artjom wird stattdessen gleich zu Beginn bewusstlos aus einem Fluss gezogen und erwacht in einer ländlichen Region Russlands umgeben von dichten Wäldern. Seine Frau hingegen wurde bereits von einer der neuen Fraktionen des verstrahlten Ödlands gekidnappt und so macht sich der erfahrene Schütze mit einer Handvoll Kugeln auf den Weg seine Geliebte zu finden. Der nunmehr dritte Ableger der Reihe bietet allem Anschein nach deutlich mehr als nur ein frisches Setting und hinterließ so bereits einen starken Ersteindruck.

Größere Areale und damit ein komplexeres Survival-Gameplay standen im Fokus der Demo. In der Vergangenheit wurde man recht zielstrebig durch die linearen Abschnitte geführt und konnte sich eigentlich nur selten in den Tunnelsystemen verirren. Das offenere Leveldesign von Exodus hingegen erfordert einen besseren Orientierungssinn, denn offensichtliche Wegmarker oder ähnliche Hilfen sucht der Spieler vergeblich. Stattdessen muss der Weg durch den Wald selbst gefunden werden, wobei sich diesmal auch verstärkt die mutierte Tierwelt in den Weg stellt. Entweder ihr wartet bis ein Rudel mutierter Dachse vorbeigezogen ist, oder ihr stellt euch ihren spitzen Reißzähnen. Wenn ihr so risikofreudig vorgeht, bleibt euch aber bloß die Flucht oder das Aufbrauchen wertvoller Munitionsvorräte.

Während die letzten Abendstunden dafür genutzt werden durften, in verlassenen Siedlungen wertvolle Items zu looten und die detaillierten Häuser zu erkunden, ließ der dynamischen Tage-Nacht-Wechsel schon bald ganz Russland im Nachtschatten versinken. Die perfekte Gelegenheit, um die auf dem Weg gefundene Armbrust anzulegen und Feinde aus der Distanz zu erledigen. Wie genau ihr vorgeht ist ganz euch überlassen; trotz der Messe-Hektik konnte ich bereits einige Optionen und Alternativrouten erspähen. Hoffentlich hält das Leveldesign des fertigen Spiels dieses Niveau. Apropos Armbrust: Die benötigten Bolzen kann der Spieler selbst mit einem neuen Craftingsystem herstellen, vorausgesetzt die notwendigen Ressourcen befinden sich im Rucksack. Ähnlich wie etwa bei The Last of Us pausiert das Spiel nicht während ihr bastelt, sodass Übersicht über das Geschehen der Schlüssel zum Erfolg ist.

Zwar konnte ich aus Zeitgründen einen vermeintlich finalen Bosskampf gegen einen riesigen Bären nicht beenden, aber das trübte meinen sehr guten ersten Eindruck von Metro Exodus kaum. Lediglich grafisch hält der Ego-Shooter noch nicht ganz was die Trailer versprechen, obwohl ich die Messedemo auf einem kräftigen PC spielen durfte. Insbesondere heftiges Tearing erinnerte mich daran, dass ich gerade noch auf der gamescom in Köln sitze, statt durch die Wildnis von Metro zu stapfen. Aber bis zum Release im nächsten Jahr ist ja noch Zeit. Als Fan der Reihe erwarte ich nach meinem Hands-On einen würdigen Abschluss der Trilogie!

Verfasst von
Action-Spiele und Shooter aller Art sind Roberts Fachgebiet. Zwischendurch darf es aber auch gerne ein Spiel mit spannender Story und dichter Atmosphäre sein. Wenn er nicht gerade auf Xbox Live unterwegs ist, verfasst er bestimmt Artikel und News für Gaming-Universe.

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